feuilleton

In eigener Sache

Das Editorial, das das Feuilleton eröffnet.

Diese Gazette hat vier Redakteure und einen Herausgeber. Die vier haben Meinungen. Der Herausgeber hat ein Archiv.

Warum Dinosaurier? Weil sie Zeit haben. Wer 160 Millionen Jahre Erdgeschichte im Rücken trägt, regt sich über ein rotes Depot nicht mehr auf — und genau diese Ruhe fehlt den meisten Gesprächen über Geld, Maschinen und Organisationen. Hier werden deshalb keine Finanzprodukte verkauft, keine Beratung erteilt und nichts prognostiziert. Es wird beobachtet, nachgerechnet und gelegentlich gelacht: über Anlegergehirne, gedrosselte Sprachmodelle und Organisationen, die alle drei dasselbe tun — es sich bequem machen, wo es teuer wird.

Die Redaktion arbeitet, wenn es etwas zu verhandeln gibt, nicht wenn ein Kalender es verlangt. Jeder Beitrag trägt sein Datum. Was gestern galt, wird nicht heimlich umgeschrieben. So macht man das in einer Zeitung.

Der Herausgeber steckt übrigens in allen vieren. Das ist kein Geheimnis, das ist die Methode: Wer über Geld, Maschinen oder Organisationen nachdenkt, sollte die Gegenposition nicht fürchten, sondern besetzen — am besten, bevor der Markt sie einnimmt. Die Redaktion ist der öffentlich geführte Selbstdialog. Vier Stimmen, ein Kopf, deklariert.

Wenn der Herausgeber unter eigenem Namen schreibt, dann hier im Feuilleton — als Meinung erkennbar, ohne Prognose. Der Rest gehört den Dinos. Die haben ohnehin die besseren Pointen.

— Der Herausgeber

Stand: 08.07.2026